Zusammenfassung der zweiten Folge der zweiten Staffel von „The Night Manager“: Ein Ortswechsel bringt neue Stimmung.

por Juan Campos
Camila Morrone in The Night Manager Season 2

Der Ortswechsel verleiht „Night Manager“ eine andere Atmosphäre, die bei Fans, die mehr Le Carré und weniger Fleming erwarten, unterschiedlich aufgenommen werden mag. Dennoch gibt es viel Positives zu berichten. „Night Manager“ war nie eine besonders atmosphärische Serie, es sei denn, man sucht nach einer intensiven und realistischen Atmosphäre. Doch die zweite Staffel scheint sich gedacht zu haben: „Na gut“, und schlägt in der zweiten Folge den James-Bond-Weg ein: stilvolle Schauplätze, wunderschöne Femme fatales und Glaubwürdigkeit, die dabei kaum eine Rolle spielt. Nach einem eher markenkonformen Auftakt ist das eine große Überraschung, wobei die Begeisterung wohl davon abhängt, was man von einer solchen Serie erwartet. Pine hat die Hotelexplosion, die die Premiere abschloss, natürlich überlebt, obwohl alle anderen, einschließlich Mayra und dem Rest des korrupten River House, ihn für tot halten. Dies ermöglicht es Pine, heimlich Kontakt zu Sally aufzunehmen, dem einzigen noch lebenden Mitglied seines ehemaligen Night Owls-Teams. Sie wird zu seinem Q-ähnlichen Gegenstück, einer Person, die ihn im Hintergrund unterstützt und ihm falsche Identitäten und Tarngeschichten verschafft. Und genau das ist der Kern dieser Folge: Pine wird nach Kolumbien versetzt und gibt sich dort als jemand anderes aus. Ein völlig neuer Mann

Pines neue Identität ist die des Sohnes eines Investmentbankers aus Norfolk, der die letzten Jahre für eine Schweizer Bank in Hongkong gearbeitet hat. Er verließ die Stadt unter mysteriösen Umständen – so die Geschichte –, um in Kolumbien neue Investitionsmöglichkeiten zu verfolgen. Er trinkt gern, ist risikofreudig und freundet sich sofort mit Teddy Dos Santos an, der hier deutlich mehr Sendezeit erhält. Das Ganze ist im Grunde nur eine Ausrede für Tom Hiddleston, um James Bond zu imitieren. Ein paar Details wirken etwas unglaubwürdig (zum Beispiel, als die Arbeiterklasse-Sally ihm rät, keine Socken zu seinen Loafern zu tragen), aber das ist eigentlich egal, denn es geht um die Gesamtatmosphäre. Besonders deutlich wird das bei einer schicken Wohltätigkeitsveranstaltung, wo Pine – wen sonst? – Roxana trifft, die zufällig Teddys Lieblingsfreundin ist, obwohl sie in der ersten Folge behauptet, ihn nicht zu kennen. Ups. Ein Liebesdreieck

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Da Pine in Staffel 2 keine offensichtliche romantische Option hat wie Elizabeth Debickis Figur in Staffel 1, bietet Staffel 2 gleich zwei, von denen eine ziemlich ungewöhnlich ist. Aber ich kann doch nicht der Einzige sein, der die sexuelle Anziehung zwischen Pine und Teddy deutlich spürt, oder?

Und natürlich läuft auch zwischen Pine und Roxana einiges. Die Besetzung von Camila Morrone erweist sich als genialer Schachzug, denn wenn man eine glaubwürdige Frau sucht, um die ein internationaler Waffenhändler und eine bedrängte Geheimagentin buhlen würden, könnte man genauso gut Leonardo DiCaprios Filmografie durchblättern.

Ich bin mir nicht sicher, wohin das Ganze romantisch führt, aber ich bin überzeugt, dass ich mir das nicht einbilde. Die Schlussszene (dazu gleich mehr) hat etwas sehr Fluchendes an sich, als ob Pine in diesem Moment erkennt, dass sie im Leben eigentlich nur den gutaussehenden, elegant gekleideten Verbrecher will, den sie jagen soll. „Mach mich sauber“, in der Tat.

Die James-Bond-Verbindung

Ich erwähne immer wieder Bond, was irgendwie unpassend für eine Serie wirkt, die sich in der Vergangenheit eher an John le Carrés Vorlage gehalten hat, anstatt sich in die Tiefen einer eher Fleming-artigen Spionagegeschichte zu begeben. Aber Folge 2 von

The Night Manager

Die zweite Staffel erinnert mit Pines eleganter Tarnung und ihrem potenziell umwerfenden Freund nicht nur an Bond, sondern greift auch einige bekannte Szenen und Ideen aus der jüngeren Vergangenheit der Reihe auf. Vielleicht bilde ich es mir nur ein, aber es ist unverkennbar Javier Bardem-mäßig.

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Pine fällt vom Himmel und wird zum Bösewicht für Teddy (und, nicht zu vergessen, das hatte auch einen homoerotischen Unterton). Ein paar Gespräche (eigentlich Verhöre) erinnern stark an den Film. Und dann ist da noch der Höhepunkt, in dem Teddy versucht, Pines wahre Absichten herauszufinden, indem er ihm eine Ladung Kokain und mit Alkohol versetzten Champagner gibt, was in dieser Hinsicht an die Vergiftungsszene aus Casino erinnert. Es ist lächerlich. Pine fällt in den Pool und überlebt nur, weil einer von Teddys Schlägern ihn aus dem Wasser zieht und ihn, kaum bei Bewusstsein, auf Teddys Schoß legt. Teddy streichelt Pines Gesicht und fragt ihn, was er wirklich will. Pine liefert eine perfekte Tarnung: Er habe seine ehemalige Schweizer Bank um mehrere hundert Millionen Dollar betrogen und wolle das Geld über Teddys Organisation waschen. Entweder ist dieser Typ der beste Agent aller Zeiten, oder ich werde veräppelt.

Je mehr sich die Dinge ändern … An diesem Punkt glaube ich, dass die Meinungen auseinandergehen. Staffel 2 wurde nicht von John le Carré geschrieben, und das merkt man. Das wird zweifellos einige abschrecken. Die Serie ist nach wie vor spannend, gut gespielt und äußerst unterhaltsam, aber einiges von ihrem Wesen ist in den zehn Jahren seit der ersten Staffel verloren gegangen.

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Wir sollen die erste Staffel aber offensichtlich nicht vergessen, da immer wieder auf die Ereignisse und Charaktere Bezug genommen wird. Es gibt da einen Handlungsstrang um Roper, der möglicherweise einen unehelichen Sohn hatte, der heimlich in einem Kloster aufgezogen wurde (es gibt keinerlei Hinweise darauf, wer dieses Kind gewesen sein könnte). Dieser Handlungsstrang verknüpft die verschiedenen Waffenschmuggelgeschichten direkter. Aber es ist nicht mehr dieselbe Serie, im Guten wie im Schlechten. Wir müssen abwarten, wie sich die Dinge entwickeln.

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