Zusammenfassung der 6. Folge der 2. Staffel von „Watson“: Wir machen uns wieder über Langlebigkeits-Idioten lustig.

por Juan Campos
Peter Mark Kendall and Morris Chestnut in Watson Season 2

Watson Staffel 2 kehrt in „Buying Time“ zu seinen alten, ethisch fragwürdigen Tricks zurück – eine Verhöhnung reicher, langlebiger Idioten, die ein seltsames Vergnügen daran findet, einen fatalen Punkt zu beweisen.

Es ist wohl unbestreitbar, John Watson als eine Art Gutmenschen zu bezeichnen. Er ist nicht gerade für moralische Ambivalenz bekannt: In Arthur Conan Doyles Originalgeschichten war er so etwas wie ein Kompass für Sherlock, der sich leicht in seinen Ansichten verlieren konnte, und nun haben wir anderthalb Staffeln seiner gleichnamigen Serie, die diese Idee untermauern. Staffel 2 hat mit Watson keine Risiken eingegangen.

Sein Gerechtigkeitssinn ist zumindest bis Folge 6 beständig, in der er eine wahrhaft verstörende und offensichtliche Freude daran hat, einen reichen Kerl umzubringen, weil er ein Idiot ist. Versteht mich nicht falsch: Ich habe um den reichen Kerl nicht getrauert. Aber die Schadenfreude, mit der die Serie seinen Tod feiert, fand ich trotzdem ziemlich seltsam, besonders für ein Ärztedrama über die Suche nach innovativen Lösungen für ungewöhnliche Krankheiten. Es ist ein sehr merkwürdiger Abschluss für etwas, das im Grunde eine Parodie auf den von Langlebigkeit besessenen Biohacker-Typus à la Bryan Johnson ist, der bereits in dieser Staffel von „Brilliant Minds“ parodiert wurde (Watson, ich komme einfach nicht um die Vergleiche mit dieser Serie herum, oder?). Hinzu kommt noch ein weiterer Aspekt: ​​die allgemein miserable Behandlung der Armen in Gesundheitssystemen, die darauf ausgelegt sind, von ihren Krankheiten zu profitieren. Das passt zum Schicksal von Casey, einem jungen Sportler, dessen plötzlicher Gesundheitsverfall er sich nicht leisten kann, und zu Joseph Bell, dem steinreichen Bruder, der ein Leben voller Rekorde führen will. Bell wird passenderweise von Johnno Wilson gespielt, der auch in der Influencer-Folge von „High Potential“ einen etwas tollpatschigen Trainingspartner verkörperte. Casey und Bell werden mehrmals bewusst parallel gezeigt, in einer teils sehr offensichtlichen Split-Screen-Gegenüberstellung, noch bevor die Handlung der Folge voranschreitet und enthüllt, dass Caseys Zustand eine direkte Folge von Bells Bemühungen ist, sein eigenes Leben zu verlängern. Casey hatte sich freiwillig für diverse medizinische Studien gemeldet, um Geld zu verdienen, und eine davon wurde von einer von Bells Scheinfirmen durchgeführt. Ihm wurde eine von Bells experimentellen Behandlungen zur Lebensverlängerung injiziert, was bei ihm einen unheilbaren Krebs in der Wirbelsäule auslöste. Anfangs hatte Bell Watson angesprochen, um ihn für sein absurdes Expertenteam zu gewinnen, das sich der Entwicklung neuer Methoden zur Verlängerung seines Lebens verschrieben hatte. Watson fand dieses Angebot zunächst ärgerlich, bis Mycrofts Einmischung dazu führte, dass die Klinik Caseys Behandlung nicht mehr finanzierte.

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Dies zwang Watson, einen Monat lang für Bell zu arbeiten, im Gegenzug für Bells Übernahme der Kosten. Später kommt es noch dazu, als sich herausstellt, dass Bell für Caseys Krebs verantwortlich ist und, wenig überraschend, dasselbe Produkt auch an sich selbst getestet hat. Watson erpresst Bell im Grunde genommen, Casey einen Blankoscheck auszustellen, damit dieser sich nach seiner Genesung ein Leben in Luxus ermöglichen kann. Im Gegenzug will Watson, der einzige Arzt weltweit, der ein Heilmittel für diese spezielle Krebsart entwickelt hat, Bell behandeln. Hier kommt Watson ins Spiel.

Die sechste Folge der zweiten Staffel nimmt eine etwas bizarre Wendung. Watsons Bereitschaft, Bell Geld abzupressen und dabei sein eigenes Leben als Geisel zu nehmen, ist ein seltsamer Weg für einen Arzt, in eine Depression zu verfallen. Im Anschluss daran folgt eine eher besinnliche Betrachtung, die Caseys Genesung zeigt, während Bells Zustand sich zusehends verschlechtert. Das Ganze hat natürlich etwas Ironisches, da der Mann, der an sein ewiges Leben geglaubt hat, stirbt, während der arme junge Mann, den er für seine eigene Unsterblichkeit ausgenutzt hat, mit seinem Geld am Ende besser dasteht als je zuvor. Es wirkt jedoch sehr seltsam, dass die Serie Bells Tod so sehr zu zelebrieren scheint, als wolle sie implizieren, dass Reichtum und Arroganz die Hinrichtung rechtfertigen.

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Abgesehen von der Handlung bedient sich „Buying Time“ auch der typischen Watson-Taktik. Es geht einfach darum, aus dem Nichts eine Nebenhandlung einzuführen, die uns angeblich tief berühren soll, obwohl nichts darauf hindeutet. In dieser Folge geht es um Stephens‘ Abneigung gegen Therapie, weshalb Sasha aus irgendeinem Grund Ingrid bittet, ihn zu überzeugen. Stephens glaubt, die Therapie habe seinen Vater in den Selbstmord getrieben – eine brisante Enthüllung, die in einem beiläufigen Gespräch völlig unerwartet auftaucht und der schlichtweg keine angemessene Aufmerksamkeit geschenkt werden kann.

Dasselbe gilt für Watsons ausgesprochen feindseliges Verhältnis zu Mycroft, der sich aus Gründen, die am Ende der Folge deutlich werden, in die Abläufe der Klinik einmischt: Er glaubt, Sherlock sei noch am Leben, und sollte Watson dies bestätigen, würde er sich komplett von der Klinik distanzieren. Dieses Verhalten ist typisch für Mycroft in anderen Adaptionen, doch da wir ihn hier kaum kennen, wirkt sein plötzliches Auftauchen in den Videoanrufen befremdlich. Wird Watson Sherlock verraten? Vor dieser Folge hätte ich definitiv nein gesagt. Aber jetzt, wo wir wissen, dass er nicht so moralisch integer ist, wie er vorgibt, ist wohl alles möglich.

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