Die Freibeuter sind zurück für Staffel 2, doch trotz des gleichen aufwendigen Produktionsdesigns und der Kostüme lässt Episode 1 eine deutlich düsterere Geschichte erahnen.
Der Ton von Die Freibeuter ändert sich sofort zu Beginn von Staffel 2, und man kann mit Sicherheit sagen, dass das so bleiben wird. Apple TV+s erfolgreiches Coming-of-Age-Drama hat in Episode 1, „Die Herzogin von Tintagel“, eine düsterere Wendung genommen und entwickelt sich wohl zu schnell. Dort weicht das Etwas Fröhliches der ersten Staffel der emotionalen Realität von Entscheidungen und ihren Konsequenzen.
Falls ihr euch nicht erinnert – es ist schließlich schon ein paar Jahre her – endete die erste Folge damit, dass Nan durch ihre Heirat mit Theo zur Herzogin von Tintagel wurde, obwohl sie ihn nicht liebte. Es war ein kalkulierter Schachzug, um ihrer Schwester Jinny zu ermöglichen, einer missbräuchlichen Beziehung mit Lord Seadown zu entkommen, aber jetzt muss sie damit leben. Und die Anforderungen, die das Leben als Herzogin mit sich bringt, sind enorm. Obwohl sie weiß, dass der Titel es ihr ermöglicht, ihrer „Mutter“ (mehr zur dramatischen Verwendung von Anführungszeichen gleich) zu helfen, indem sie sich von ihrem Vater scheiden lässt und dazu beiträgt, dass Jinny im Lam bleibt, steckt Nan im Grunde in einer Beziehung fest, zu der sie sich nicht verpflichtet fühlt. Sie ist unendlich frustriert über ihre Unfähigkeit, die Umstände ihrer Lieben wirklich zu ändern. Und zu allem Überfluss verursachen ihre eigenen Verwandten hinter den Kulissen die Dramen.
Genau das ist es, was in der Premiere der zweiten Staffel Anlass zur Sorge gibt. Der Fokus liegt hauptsächlich auf Nans Situation und der Enthüllung, dass ihre leibliche Mutter in Wirklichkeit Nelle (Leighton Meester), die Schwester ihrer Mutter, ist, mit der Tracy unter Umständen, die nicht ganz ihrem Alter entsprechen, nicht geschlafen hat. Nelle bekommt in Folge 1 viel Zeit auf dem Bildschirm und sorgt als Fremde für Aufsehen in der Stadt, weckt aber bei Patti schmerzhafte Erinnerungen – nicht nur an die eklatante Untreue ihres Mannes, sondern auch an ein lange gehütetes Geheimnis, das ans Licht zu kommen droht, zumal Nelle Nan sofort ins Rampenlicht rückt.
Kristine Frøseth und Leighton Meester in Staffel 2 von „The Buccaneers“
Kristine Frøseth und Leighton Meester in Staffel 2 von „The Buccaneers“ | Bild via Apple TV+ Wiederkehrende Fans werden sicherlich bemerken, dass diese Premiere nicht viel Fröhliches zu bieten hat. Kristine Froseth ist sehr gut, belastet von einer drückenden Angst, die meist unsichtbar ist, sodass sie diese subtil spielen muss, während sie versucht, ihren neuen Verpflichtungen nachzukommen. Echte Ausbrüche sind selten; eine späte, wenn auch geringfügige Konfrontation mit Lord Seadown kommt einem expliziten Konflikt am nächsten. Alles andere wird angedeutet, hinter verschlossenen Türen ausgerufen und für später aufgehoben. Nans Gefühl der Trägheit kommt gut rüber, unterbrochen von plötzlichen Wendungen.
Aber es ist definitiv eine andere Stimmung als in der ersten Staffel, da die Hauptdarsteller ihre Beziehungen unweigerlich mit neuen Verantwortlichkeiten und Erwartungen belasten. Zumindest hier in Episode 1.
