Zusammenfassung der zweiten Folge von „Memory of a Killer“: Das Netz zieht sich bereits enger zusammen

por Juan Campos
Gina Torres in Memory of a Killer

Memories of a Killer legt in „Ferryman“ noch einen drauf und entwickelt mehrere Handlungsstränge weiter, während die Spannung der ersten Folge weiter ausgebaut wird.

Memories of a Killer hat eine dieser Prämissen, die einfach fesselnd sind, weshalb die Serie wohl auch schon so oft adaptiert und neu verfilmt wurde. Die erste Folge konnte es sich leisten, recht entspannt zu sein. Auf dieser Grundlage wusste man, dass der Aufhänger eines Mafia-Killers mit zwei Leben und beginnender Alzheimer-Krankheit ausreichen würde, um das Publikum zu fesseln, während die Bühne bereitet wird. Die zweite Folge, „Ferryman“, greift diese Ausgangslage auf und konzentriert sich auf Angelos sich verschlimmernde psychische Probleme und den sich anbahnenden Rechtsstreit um ihn.

Mit anderen Worten: Sie ist besser. Und zwar auf eine logische und beruhigende Weise, indem sie die Kernelemente beibehält, aber die Spannung und Komplexität in allen Bereichen steigert. Gina Torres‘ Präsenz bildet einen guten Kontrast zu Angelo und seinem inneren Kreis und verleiht der Welt mehr Tiefe. Alles in allem ist es gelungen.

Erinnert ihr euch an den Cliffhanger am Ende? Nun, Maria und dem Baby geht es gut; fast schon zu gut, denn Maria ist ziemlich niedergeschlagen, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort war und einfach nur ihr Leben weiterleben will. Angelo muss einen schmalen Grat beschreiten: Er muss sie beruhigen, ihr aber gleichzeitig klarmachen, dass sie möglicherweise gezielt ins Visier genommen wurde. Er kann ihr nichts von Mosher erzählen, da er nicht preisgeben darf, dass dieser heimlich ein Auftragsmörder ist. Er teilt ihr aber mit, dass Earl Hancock, der betrunkene Fahrer, der Marias Mutter getötet und Rache an Maria geschworen hat, weil sie gegen ihn ausgesagt hatte, aus dem Gefängnis entlassen wurde.

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Dave zerrt Earl weg, und Angelo beobachtet das Ganze durch die Glasscheibe. Haben die anderen Polizisten nicht den Verdacht, dass der Kopiererverkäufer die Verhöre beobachtet? – Dabei scheint sein Alibi ziemlich wasserdicht zu sein. Doch dann erwähnt er den Namen „Der Fährmann“, was etwas in Angelo auslöst. Ihm wird klar, dass er inoffiziell die Rolle eines beschützenden Vaters übernehmen muss, um herauszufinden, was vor sich geht, ohne Dutch, der wegen Moshers Tod ohnehin schon wütend ist, auf sein geheimes Familienleben aufmerksam zu machen. Wir sehen in dieser Folge etwas mehr von Angelo und Dutch, was durchaus sehenswert ist, auch wenn viele offene Fragen unbeantwortet bleiben, etwa warum Dutch Angelo angesichts ihrer langjährigen Beziehung bisher nicht beim Lügen ertappt hat. Wir erleben auch, wie Angelo versucht, seinen Job als Auftragsmörder inmitten diverser Probleme zu bewältigen: von seinem nachlassenden Gedächtnis bis hin zu Dutchs Zwang, mit nutzlosen Verwandten im Haus zusammenzuarbeiten, die Anweisungen ignorieren und jede Mission verkomplizieren.

Aber auch das ist eine Mahnung.

„Memoiren eines Killers“ – Folge 2 verdeutlicht besser als die erste, dass Angelo von Natur aus ein kaltblütiger Killer ist. Er hat einen vagen Ehrenkodex, der festlegt, wen er tötet und wen nicht. Doch er ist nicht einfach nur ein Mann, der den Angriff auf seine Tochter rächen will: Er tötet beruflich. Angelo hat als Charakter eine angenehme Schärfe, die in einer Serie wie dieser sehr willkommen ist, denn sie ist interessanter als eine langweilige, belehrende Geschichte, die Angelo von jeglicher moralischer Verantwortung freispricht. Dies ist also der denkbar ungünstigste Zeitpunkt für Angelo, auf seinen Meister zu stoßen, doch genau das verkörpert FBI-Agentin Linda Grant. Sie ermittelt nur fünf Minuten, bevor ihr klar wird, dass mit dem Fotokopiererverkäufer etwas nicht stimmt, der ohne zu zögern auf die Straße rannte, um sich einem Scharfschützen entgegenzustellen. Maria, immer noch ahnungslos, führt seinen Militärdienst als Erklärung an. Aber Linda weiß es besser. Es wird amüsant sein, Patrick Dempsey beim Training mit Gina Torres zu beobachten, obwohl die Folge „Ferryman“ vorerst pausiert, damit die beiden sich vor der unvermeidlichen Konfrontation erst einmal orientieren können.

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