Die dritte Staffel von Loot wirkte ohne Nicholas deutlich schwächer, und die Folge „Was ist los mit uns?“ brachte Molly noch mehr schlechte Nachrichten.
Es war einfach abzusehen, dass die dritte Staffel von Loot ohne Nicholas einen gewissen Leistungsabfall erleben würde. Seine Abschiedsfolge war vielleicht eine der besten halbstündigen Episoden, die die Serie je hervorgebracht hat. Doch sie hinterließ eine klaffende Lücke in Form von Joel Kim Booster im Herzen der Comedy. Sein Fehlen ist in Folge 6, „Was ist los mit uns?“, deutlich spürbar. Die Folge versucht, zur gewohnten Formel zurückzukehren, bringt aber nur noch mehr düstere Nachrichten. Die schlechten Nachrichten betreffen Molly und Arthur. Sie feiern ihren sechsten Jahrestag, und in Nicholas’ Abwesenheit hat Arthur einen romantischen Kurzurlaub geplant, um diesen zu feiern. Um etwas Neues auszuprobieren, nimmt er Molly als seine Begleiterin mit auf eine Vogelbeobachtungstour nach San Benito, in der Hoffnung, den scheuen Rothaubenwürger zu entdecken. Jeder einzelne Aspekt der Reise ist genau das, was Molly verabscheuen würde, aber es ist die Geste, die zählt, und es wird sofort deutlich, dass Arthur keine Mühen gescheut hat, um die Reise zu etwas Besonderem zu machen, unter anderem hat er aus eigener Tasche ein Zimmer mit Balkon in einem Hotel mitten im Nirgendwo bezahlt.
Wie erwartet, versteht Molly nichts davon. Sie kann den Reiz nicht nachvollziehen, einen Vogel zu entdecken, Datum und Uhrzeit zu notieren und dann einfach weiterzugehen. Sie versteht nicht, dass ein Pilz in der Luft sie zu kurzen, flachen Atemzügen zwingt, die sie als Hundehecheln interpretiert. Sie versteht nicht, dass Arthurs bescheidene Unterkunft – die ich allerdings recht charmant finde! – das Beste ist, was er sich je erhoffen könnte. Doch dadurch, dass er sie selbst bezahlt, konnte er sich ein gewisses Gefühl der Unabhängigkeit bewahren, das angesichts von Mollys unerschöpflichem Vermögen, das ihm ein Leben im Luxus ermöglicht, über das er keinerlei Mitspracherecht hat, rapide schwindet. Molly gerät sofort mit Paula, der Leiterin der Southern California Birdwatching Alliance (SCAB), aneinander, was zwar für einige Lacher sorgt, aber eigentlich nur die Probleme zwischen ihr und Arthur verdeutlicht. Fairerweise muss man sagen, dass Paula hier objektiv falsch handelt. Sie mobbt Molly grundlos und weist all ihre Versuche, sich anzupassen, zurück. Arthur begeht den offensichtlichen Fehler, sich in einem Streit, der beinahe handgreiflich wird, auf Paulas Seite zu schlagen, was das Verhältnis zwischen ihm und Molly extrem abkühlt. Aber ich mochte Molly in „Loot“ wirklich nicht.
Staffel 3, Folge 6 – ich bin mir nicht sicher, ob ich da die richtige Meinung vertreten soll. Später enthüllt Molly, dass sie einen absurd luxuriösen Tourbus mit Live-DJ für sich und Arthur gekauft hat, um dort die Nacht zu verbringen. Als Arthur ihr erklärt, dass er mit dieser Art von Erlebnis überhaupt nicht einverstanden ist, wirft sie ihm vor, unsicher zu sein, weil seine Freundin mehr verdient als er. Ein völlig irrationales Verhalten. Zunächst scheint sich der Streit zu beruhigen, als der Rothaubenwürger auftaucht. Molly notiert dies in ihrem Tagebuch als symbolische Geste, um zu zeigen, dass sie Arthurs Leidenschaft ernst nimmt. Doch dann wird der Vogel tödlich in die Lüftungsschlitze des Tourbusses gesogen, und nichts ist geklärt. Molly und Arthur fahren getrennt nach Hause: er in seinem Auto, mit einer ungeöffneten, gekühlten Flasche Champagner im Kofferraum, und Molly in ihrem Tourbus, während DJ Liam die traurigsten Lieder spielt, die man sich vorstellen kann.
Sofia erfährt, dass Howard mit Destiny zusammen ist und befürchtet sofort, dass sie ihm das Herz brechen wird. Howard beteuert, dass ihre Beziehung ernst ist, doch Sofia weiß es besser. Er lädt sie zum Mittagessen ein, um sie zu beruhigen, doch als Destiny nicht erscheint, befürchtet Sofia das Schlimmste. Es stellt sich jedoch heraus, dass sie mit einem gebrochenen Handgelenk im Krankenhaus liegt, was Howards Verhalten – zumindest in seinen Augen – rechtfertigt. Wie es der Zufall will, hat sich Destiny beim Spielen mit ihrem Ex-Freund, von dem sie angeblich Schluss gemacht hatte, das Handgelenk gebrochen. Offenbar hat er den Geist nicht ernst genommen und wartet in der Krankenhauslobby auf sie, immer noch in dem Irrglauben, sie seien Gegenstände. Destiny bittet Sofia, für sie mit ihm Schluss zu machen, damit sie mit Howard zusammen sein kann. Doch sowohl Sofia als auch die Zuschauer merken, dass sie die Beziehung zu Howard nicht so ernst nimmt wie er.
Sofia tut trotzdem, wie ihr geheißen, doch als sie zurückkommt, bricht sie in Tränen aus, als sie Howard und Destiny in seinem Krankenhausbett umarmend sieht. Ob sie Freudentränen weint oder ob sie ahnt, dass Howards gebrochenes Herz unausweichlich ist, bleibt Interpretationssache.
